Käsefondue


Das Käsefondue (frz. La Fondue au fromage) könnte man als das Ursprungsfondue bezeichnen. Von diesem Gericht stammt wohl auch die Bezeichnung Fondue, die sich aus dem französisch fondue, „geschmolzen“, von fondre ergibt. Denn im Gegensatz zum Fleisch- oder Fischfondue, bei dem man das Fleisch/den Fisch nur in eine heiße Brühe gibt, wird beim Käsefonde tatsächlich etwas geschmolzen, nämlich der Käse.

Käsefondue

Über den genauen Ursprung des Käsefondues herrscht keine Einigkeit, allerdings beanspruchen den Titel vor allem die Schweiz als auch Savoyen in Frankreich (wo es als Fondue savoyarde als Landespezialität bekannt ist). Insbesondere bei der Schweiz ist dies auch historisch bedingt, gilt das Käsefondue doch seit den 1950er Jahren als Schweizer Nationalgericht. So gelang in dieser Zeit dem Käsefondue der Durchbruch, da es in die Armeekochbücher aufgenommen wurde und so von den Wehrmännern nach Hause in die Familien gebracht wurde.

Das bislang älteste erhaltene Fonduerezept in der deutschen Sprache stammt aus dem Kochbuch der Zürcherin Anna Maria Gessner, das sie 1699 schrieb:

"Thu ein halb glässlin voll wein in ein blatten und die glutpfann und thu geschabten oder zerrinnen feissen alten käss darein und lass ihn im wein kochen, biss er gantz zergangen und man den wein im kusten nit mehr gespürt."

Das Käsefondue zählt sich ganz klar zu den etwas gehaltvolleren Gerichten, weshalb man es auch eher zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Silvester zubereiten soll. So beinhalten beispielsweise 100 Gramm Greyerzer schon 395 Kalorien. Wenn man nun davon ausgeht, das eine durchschnittliche Portion Käsefondue mindestens 200 Gramm umfasst und die Beilage wie Brot oder Kartoffeln noch gar nicht berücksichtigt wurden, dann kann man sich schon vorstellen, welche Kalorienanzahl da ungefähr bei einer Käsefonduemahlzeit auf einen zukommt. Doch das Käsefondue hat noch mehr zu bieten als mächtig viel Energie. In Käse stecken wertvolle Mineralsalze und neben Kalzium, Kalium, Eisen, Magnesium, Phosphor oder auch viel Eiweiß bekommt man damit wichtige Stoffe die der Körper ebenfalls benötigt.

Käsefondue Zutaten

Die genauen Zutaten für ein Käsefondue variieren je nach Rezept. Neben individuellen Rezepten gibt es insbesondere regionale Rezepte, die beispielsweise die Wahl des Käses vorschreiben. Das Appenzeller Fondue besteht beispielsweise nur aus Appenzellerkäse, während man für das Fondue im Kanton Freiburg (Fondue fribourgeoise) nur zur Käsesorte Freiburger Vacherin, manchmal aber uach auf Vacherin und Greyerzer zu gleichen Teilen greift.

Überregional ist in der Schweiz das sogenannte „moitié-moitié“-Fondue (französisch für „halb-halb“) weit verbreitet, bei dem je zur Hälfte Vacherin und Greyerzer zugegeben werden.

Beim aus Frankreich stammenden Fondue savoyarde (Savoyer Fondue) kommt hingegen die Käsesorten Emmentaler, Comté und Beaufort zum Einsatz.

Tipp: Wem Käsefäden beim Fondue lästig sind, dann sollte man auf Sorten zurückgreifen, die schon mehrere Monate gereift sind. Dazu zählt beispielsweise der Appenzeller oder der Greyerzer. Junge Käsesorten wie Gouda und Edamer ziehen hingegen besonders lange Fäden. Das liegt am hohen Fett- und Eiweißgehalt. Generell gilt, ist der Wasseranteil gering, dann wird das Fondue ölig (z.B. bei gereiften Käse). Ist der Wasseranteil hingegen hoch, wie bei jungem Käse, dann ist das Resultat auch eher wässrig, sodass das Fondue Fäden zieht.

Neben dem Käse als Hauptzutat sind weitere Zutaten des Käsefondues unter anderem:

  • Weisswein
  • Schuss Kirsch
  • Knoblauch
  • Pfeffer

Käsefondue Rezept

Wie man schon bei den Zutaten sieht, gibt es alleine schon bei der Wahl des Käses die unterschiedlichsten Möglichkeiten und Kombinationen. Das nachfolgende Käsefondue Rezept soll deshalb nur einmal exemplarisch ein Käsefondue mit samt seinen Zutaten und vor allem der Zubereitung vorstellen:

Zutaten

Folgende Zutaten werden für diese klassische Schweizer Käsefondue (moitié-moitié) benötigt:

  • 400 g Greyerzer Käse
  • 400 g Vacherin
  • 1 Knoblauchzehe
  • 300 ml trockener säurebetonter Weißwein (z. B. Riesling)
  • 3 TL Speisestärke
  • 40 ml Kirschwasser
  • Pfeffer

Generell sagt man, dass man bei einem Käsefondue pro Person mit 150 g bis 200 g rechnen sollte. Die Angaben bei den Zutaten richten sich in diesem Rezept also an vier Personen mit einem guten Hunger.

Zubereitung

Die Zubereitung setzt sich aus folgenden Schritten zusammen:

Schritt 1
Als erstes wird der Käse von seiner Rinde befreit und anschließend mit einer Küchenreibe grob gerieben. Anschließend wird der geriebene Käse mit der Speisestärke in einem Topf verschmischt.

Schritt 2

Der Caquelon (Fonduetopf/Fonduepfanne) wird mit der halbierten Knoblauchzehe ausgerieben. Anschließend gibt man den Weißwein in den Caquelon und erhitzt diesen langsam auf dem Herd.

Tipp: Eine Acht rühren, statt im Kreis. Wenn man rasch genug rührt, bilden sich im Schnittpunkt der acht zwei Ströme, was wiederum der Durchmischung und Homogenisierung zu Gute kommt und das Anhocken des Käses vermeidet. Für ein noch besseres Ergebnis, dreht man den Fonduetopf nach jeder Acht ein bisschen im Uhrzeigersinn.
Schritt 3
Vorsichtig gibt man nun die Mischung aus Käse und Speisestärke nach und nach langsam unter ständigen Rühren bis zum Schmelzen in den Topf mit dem Wein auf dem Herd. Sobald der ganze Käse im Topf und auch geschmolzen ist, wird das Käsefondue noch leicht aufgekocht. Mit Pfeffer kann das nun fertige Käsefonde nun noch abgeschmeckt werden.

Schritt 4

Im vierten und letzten Schritt wird der Topf mit dem Käse nun von der Herdplatte genommen und auf das Rechaud mit kleiner Flamme gesetzt. Nun kann es auch schon los gehen. Guten Appetit!

Falls du auf der Suche nach weiteren Rezepten suchst, dann findest du hier eine Reihe von weiteren Käsefondue Rezepte.

Käsefondue Beilagen

Klassiker unter den Beilagen beim Käsefondue ist das Brot, insbesondere Weißbrot. Dies würfelt man in großzügige Stücke, damit man es leicht aufspießen und in das Käsefonde halten kann. Wer es ganz frisch möchte, der kann Toastbrot reichen, das frisch getoastet wird. Neben Brot eignet sich aber auch rohes Gemüse wir Brokkoli oder Karottenstreifen. Auch Kartoffeln sind ein richtiger Käsefondue Klassiker (eine speckige, also festkochende Sorte nehmen, damit die Kartoffeln beim Aufspießen nicht auseinander fallen). Wer es fruchtig mag kann auch Früchte wie Weintrauben als Beilagen servieren. Wer die fruchtige Note mit einer herzhaften kombinieren möchte, der reicht mit Speckscheiben umwickelte Birnen- oder Apfelschnitze. Damit letztere sich nicht unappetitlich braun verfärben, mariniert man diese mit Zitronensaft ein.

Weitere außergewöhnliche Käsefondue Beilagen sind:

  • Feigen
  • Landjäger
  • Pilze
  • Olivenbrot
  • Speckbrot
  • Fleischbällchen
  • Cherrytomaten

Welches Fleisch für das Käsefondue?

Für den einen glasklar, für den anderen eine wichtige Frage. Beim Fondue kann schon einmal etwas durcheinander kommen: Fleisch, Käse, Fisch – ja was denn nun? Die Frage, welches Fleisch zu Käsefondue passt, ist aber tatsächlich für Fondue-Liebhaber irritierend. Denn ins Käsefondue gehört nur Käse und kein Fleisch. Rohes Fleisch könnte in der warmen Käsemasse nicht gar werden, weshalb man vom rohen Fleisch beim Käsefondue im Gegensatz zum Brühfondue die Finger lassen sollte. Wer aber unbedingt Fleisch beim Käsefondue haben möchte, der muss dieses schon vorbraten. Dann kann dieses Fleisch natürlich auch in den Käse getunkt werden. Ausnahme ist Fleisch, das man auch im ungegarten Zustand essen kann, wie beispielsweise Wurst oder Speck. Mit der guten alten Tradition hat das aber dann nichts mehr zu tun.

Welches Getränk zu Käsefondue?

Zum Trinken ist vor allem Weisswein beim Käsefondue sehr beliebt. Doch man muss nicht immer zum Wein greifen. Auch ein leichter Schwarztee ist ideal zum doch etwas schwereren Käse. Schweizer greifen hingegen meist zu einem Kräutertee, auch hier ist die letztendliche Wahl natürlich Geschmackssache. Was am Ende natürlich nicht fehlen darf, ist der obligatorische Schnaps für die Anregung der Verdauung.

Wer es wieder etwas fruchtiger mag, der greift zum Apfelwein. Für Kinder, bzw. alle die keinen Alkohol trinken wollen oder dürfen, eignet sich dann leckerer Apfelsaft

Welches Dessert zu Käsefondue?

Das Käsefondue an sich zählt zu den eher „schwereren Speisen“ deshalb empfiehlt sich eine leichte Nachspeise. Mögliche Desserts können deshalb Früchte oder eine Mousse sein.

Käsefondue Geruch entfernen

Am Abend davor konnte man nicht genug davon bekommen, am nächsten Morgen wünscht man sich den Käsefondue-Geruch aber dann doch am liebsten wieder fort. Nachfolgend findet man zum Entfernen des Käsefonduegeruchs die besten Tipps und Tricks.

Natron-Pulver/Backpulver

Natron ist ein wirkliches Zaubermittel. Nicht nur im Käsefondue selbst kann es Wunder bewirken, auch nach dem Essen ist die offene Natronpackung noch sehr hilfreich. So hängt man Teefilter mit jeweils rund 50 g Natron-Pulver an denen Stellen des Hauses bzw. der Wohnung auf, wo sich der Käsefonduegeruch breitgemacht hat. Alternativ kann man das Natron bzw. Backpulver auch in kleine Schälchen geben und in der ganzen Wohnung aufstellen. Wer möchte kann das Pulver mit Wasser kurz davor aufkochen.
Tipp: Wer kein Natronpulver/Backpulver zur Hand hat, kann es auch mit Kaffeepulver versuchen. Wichtig ist hierbei nur, dass es sich auch wirklich um gemahlenen Kaffee handelt und nicht um Instant-Kaffee.

Essigwasser

Auch das Aufkochen eines Topfes mit Essigwasser soll den Fonduegeruch den Kampf ansagen. Aber Achtung, wer zu viel Essignimmt, der bekommt zwar den Fonduegestank aus der Wohnung, dafür riecht es danach umso mehr nach Essig. Man sollte deshalb lediglich eine verhältnismäßig kleine Menge Essig ins Wasser geben.

Andere Geruchsquellen

Was natürlich immer geht, sind andere Geruchsquellen, die man lieber riecht als das Fondue vom Vorabend. Das können beispielsweise Räucherstäbchen oder aromatisierte Kerzen sein. Dieser Tipp sollte aber nur benutzt werden, wenn die anderen Tipps nicht wirken oder die benötigten Zutaten gerate nicht zur Hand sind. Denn je nachdem welche Geruchsquelle man nimmt, kann es entweder sein, dass sich der Geruch mit dem Käsegeruch vermischt oder man selbst die alternative Geruchsquelle als störend wahrnimmt.

Letzte Aktualisierung: 01.01.2017